Fröhlich, 1851: f. die Wache, der Aufpasser beim nächtlichen Diebstahl. (S. Butter und Schmiere.)
Käs
Käs
Kasch
Pfister, 1812: Kopfstück. kohzer Kasch, halbes Kopfstück.
v. Train, 1833: leicht.
v. Train, 1833: m. Kopfstück (eine Münze).
Anton, 1859: leicht; auch ein Kopfstück.
kasche, kaschje
Bischoff, 1916: (talmudische) Frage, Schwierigkeit, Problem (rabbinisch: kaschjâ); s. o. „harb“.
Kaschemme
Bischoff, 1916: (Gauner-)Kneipe (Gaunersprache, Kundensprache; aus poln.: karczma, Wirtshaus, Kneipe, wovon auch „Kretscham“).
Kaschkerak
Pfister, 1812: Azel.
v. Train, 1833: m. Azel, Perücke.
Kaschperbiben
v. Train, 1833: m. Zaubertrunk.
Kaschperei
v. Train, 1833: f. Betrug, Hexerei, Schwarzkünstlerei, Wahrsagerei, Weißagerei, Zauberei.
Anton, 1859: Betrug, Hexerei, Zauberei.
Kaschperer
v. Train, 1833: m. Betrüger, Hexenmeister, Kartenschlager, Lügner, Schwarzkünstler, Wahrsager, Weißager, Zauberer.
Anton, 1859: Betrüger, Wahrsager, Zauberer.
Kaschperin
v. Train, 1833: f. Betrügerin, Hexe, Kartenschlagerin, Lügnerin, Schwarzkünstlerin, Wahrsagerin, Weißagerin, Zauberin.
Kaschpern
Krünitz’ Encyclopädie, 1820: verboten sprechen.
v. Train, 1833: anthun (Jemand behexen), betrügen, Karten schlagen, wahrsagen, weißagen, zaubern.
Kasfiwer oder Kaffiber
Zimmermann, 1847: m., der Brief.
Käsof
Hermann, 1818: Silber.
Kasones
Pfister, 1812: Hemd.
v. Train, 1833: n. Hemd.
Anton, 1859: Hemd.
Kasper
v. Train, 1833: m. Kammerdiener.
Anton, 1859: Kammerdiener.
Bischoff, 1916: Quacksalber, Marktschreier, Schwätzer, Flausenmacher (Gaunersprache; vom lat.: casparius, Büchsenkrämer).
Kasper Fehlinger
Pfister, 1812: falscher Arzneykrämer.
Kasperfehlinger
v. Train, 1833: n. Arzneikrämer (falscher).
Anton, 1859: Arzneikrämer (flascher), Charlatan.
Kaspern
Krünitz’ Encyclopädie, 1820: auf dem Lande umhergehen und die Bauern betriegen.
v. Train, 1833: belügen, betrügen, lügen.
Anton, 1859: sich lautlos verständigen.
Kaspern, n., oder Kasperei
Zimmermann, 1847: f., ist der unerlaubte Verkehr und die Verbindung der Gefangenen, namentlich der Kabbern, Complicen, unter sich oder mit der Außenwelt, durch sogenannte Kassiber, oder Zettelchen, Leinwandstücken, die mit Blut oder Dinte beschrieben sind durch zusammengesetzte, aus gedruckten Büchern herausgerissene Buchstaben u. s. w., oder auch durch Zeichen, Klopfen, Winken und dergl., welches bisher in keiner Strafanstalt zu hindern gewesen ist, vielleicht erst in der Pensylvanischen Zelle. Das Kassiber, in der sogenannten Kutsche verborgen, einem Leinwandsack, an einem Bindfaden oder Stock, wird aus diese Weise zur Nachtzeit durch alle Theile des Gefangenhauses gelassen bis es an Ort und Stelle kommt. Oft hat ein aufgefangenes Kassiber schon das Schicksal der größten Untersuchungen entschieden.
Kassannis
Zimmermann, 1847: s. w. a. Staude, f., das Hemde.
Kassen
v. Train, 1833: m. Schächter, Schlächter, Vorsänger.
Kasser
Konstanzer, 1791: ein Schwein.
v. Train, 1833: n. Sau, Schwein.
Anton, 1859: Sau, Schwein.
Kasserboser
Anton, 1859: Schweinfleisch.
Kasserbosor
v. Train, 1833: n. Schweinfleisch.
kassîbe
Bischoff, 1916: Schriftstück, (Legitimations-)Papier (Gaunersprache, Kundensprache; von rabbinisch: kathîbâ, kethîbâ, Schriftstück); davon: kassîber: (eigentlich: „Schreiber“; Mitteilung) eine ins Gefängnis oder aus diesem heraus geschmuggelte schriftliche Mitteilung.
Kassiwe
Fröhlich, 1851: f. der Paß, das Reisedokument. Linke Kassiwe, falscher Paß.
Kassiwer (Ksiwerl)
Fröhlich, 1851: m. der Brief, namentlich der Schleifbrief von dem Gefängniß nach Außen, oder von einem Gefängnisse in’s andere, wodurch sich die gefangenen Gauner in Verbindung setzen und die am häufigsten mit der Kutsche is. Kutsche), sonst aber durch die zur Arbeit ver-wendeten Sträflinge, Pelznsoldaten ec. spedirt werden.
Kassperei
Fröhlich, 1851: f. das verbotene Plaudern aus den Fenstern des Gefängnisses usw.
Kasspern
Fröhlich, 1851: v. heimlich reden, sich besprechen, schriftlich oder auch durch Zeichen, Klopfen, Winken über die Lage der Untersuchung, die abzugebende Aussage, die vorzubringen den Exkulpationen usw. Dies gesschieht vorzüglich unter den in einem Gefangenhause sitzende Gaunern mündlich aus den Fenstern des Gefätignisses, und durch die, die Gefängnisse von einander trennenden Wände, wenn deren Stärke und Festigteit nicht dem Durchdringen des Schalles widersteht; auch durch schriftliche Notizem die mittelst der Kutsche oder Eisenbahn in einem Leinwandsacke von einem Fenster zum andern befördert werden.
Kasswen
Fröhlich, 1851: m. der Lügner, Leugner.
Kasswenen
Fröhlich, 1851: v. schreiben. Er tasswent sofe, er schreibt schön.
Kasswener
Fröhlich, 1851: m. der Schreiber; der Untersuchungsrichter.
kastemännchen
Bischoff, 1916: 1. (früher) Geldstück zu „2 guten Groschen“; 2. (heute) 25-Pfennigstück (Gaunersprache, Kundensprache; von hebräisch: kaff-chess = 28, bzw. kaff-hê = 25; „männchen“ Verkleinerung von hebräisch: mânâh, Stück; das alte preußische „Zweigutegroschenstück“ war 28 Pfg. wert; also eigentlich: Kaffchesmännchen).
Kasten
Zimmermann, 1847: n., das Bordell.
Bischoff, 1916: Gefängnis, Arrest (Gaunersprache, Kundensprache; s. o. „Kahn“).
Kastenschub
Zimmermann, 1847: m., der Diebstahl der Laden- und Geldkassen.
Kaswen
Pfister, 1812: schreiben.
Bischoff, 1916: Lügner (rabbinisch: kasbân).